Alternative für Waiberlon HLV45030LB

Haben Sie produktspezifische Fragen ?

Moderator: T.Hoffmann

Antworten
estragon
Mini-User
Beiträge: 5
Registriert: So, 29.03.20, 11:58

So, 29.03.20, 12:14

Hallo,

ich bin durch viewtopic.php?f=14&t=22320 auf euer Forum aufmerksam geworden, weil ich ein ähnliches Problem habe. Daher habe ich mich registriert und hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.
Der LED Treiber unserer Deckenleuchte von OBI hat sich verabschiedet. Es handelt sich um den Waiberlon HLV45030LB mit folgenden Kenndaten:
55 bis 67 V (DC) bei konst. 450mA
25 bis 30 W
Input: 220 bis 240 V
Nun suche ich Ersatz und habe versucht, ein Modell mit diesen Daten zu finden, was wahrscheinlich unmöglich ist (außer ev. Versand aus UK). Leider habe ich zu wenig Ahnung von der LED Technik und bin mir unsicher, ob dieses Teil hier gehen würde:

https://www.conrad.de/de/p/eaglerise-el ... 84057.html

Auf was muss ich achten? Max. Strom von 450 mA ist klar (konstant). Die Lampe hat 9 LEDs mit je max. 3 Watt. Dürfte doch mit dem genannten Teil von Conrad machbar sein, obwohl es nur 350 mA sind - oder zerstört die höhere Spannung die LEDs (bei 27 W und 0,35 A sind das ca. 77V DC)?

Ich freue mich über jede Hilfe!
Buddhamilch
Mega-User
Mega-User
Beiträge: 445
Registriert: So, 16.12.18, 15:09

So, 29.03.20, 14:36

Auf was muss ich achten? Max. Strom von 450 mA ist klar (konstant).

Korrekt.
Der Ausgangsspannungsbereich muss kleiner + größer als die Summe aller angeschlossenen Leds in Reihe sein.
Die Lampe hat 9 LEDs mit je max. 3 Watt. Dürfte doch mit dem genannten Teil von Conrad machbar sein, obwohl es nur 350 mA sind - oder zerstört die höhere Spannung die LEDs (bei 27 W und 0,35 A sind das ca. 77V DC)?

Diese Rechnung ist falsch.
Die 27 Watt hat es mit 450mA Ausgangsstrom.
Bei 350mA ist die Vorwärtsspannung jeder Led etwas niedriger, auf keinen Fall aber höher.
Entsprechend ist auch die Leistung geringer.

max. 27W / 0,45A = max. 60V.
max. 60V x 0,35A = max. 20,979 Watt.
Kalkuliert man die etwas niedrigere Vorwärtsspannung mit ein, werden es max. ca. 20,5 Watt sein

Die Konstantstromquelle von Conrad kannst Du aber nehmen.
estragon
Mini-User
Beiträge: 5
Registriert: So, 29.03.20, 11:58

So, 29.03.20, 18:58

Ah vielen Dank! Ich hatte einen Denkfehler!
Ich dachte, die LEDs regeln die Spannung hoch um eine möglichst hohe Leistung zu erreichen.

Die Frage ist aber eher, wie viel Spannung ist nötig, um die 350 mA (bzw. 450 mA) durch die LEDs aufrecht zu erhalten bzw. die Schwelle zu Erreichen, damit sie überhaupt leuchten. Ist es jetzt richtig?

Die von mir vorgeschlagene Conrad-Lösung wäre dann ja theoretisch zu viel. Fällt dir eine bessere Alternative ein?

Ich habe jetzt bspw. noch diesen gefunden: https://www.reichelt.de/led-trafo-25-w- ... 3.html?r=1

Wieder 350 mA und die 60 V liegen genau im Output, würde also die Suchkriterien erfüllen.

Bei Conrad steht folgender Hinweis:

"Bitte dimensionieren Sie Ihren LED-Treiber/LED-Trafo nicht zu klein!
Wählen Sie einen LED-Treiber/LED-Trafo, welcher etwa 1/3 mehr Leistung (Watt) hat.

Entscheidend für die Belastung des LED-Treibers ist nicht die Watt- Angabe des LED-Herstellers sondern die tatsächliche Stromaufnahme (Ampere) der LED.
Es muss berücksichtigt werden, dass der Einschaltstrom wesentlich höher ausfällt."

Was meinen die damit?

Vielen Dank noch einmal und beste Grüße!
Entschuldigt diese Fragerei, das ist für mich absolut Neuland.
Buddhamilch
Mega-User
Mega-User
Beiträge: 445
Registriert: So, 16.12.18, 15:09

So, 29.03.20, 20:12

Ich dachte, die LEDs regeln die Spannung hoch um eine möglichst hohe Leistung zu erreichen.

Die Leds benötigen bei einem Strom mit der Höhe X eine Spannung mit der Menge Y.
Die Konstantstromquelle regelt so lange nach bis die Spannung abgegeben wird, die die Leds bei diesem Strom benötigen.
Wie hoch diese Spannung ist, könnte man aus dem Datenblatt zu den verwendeten Leds entnehmen. Da dieses Datenblatt nur dem Hersteller der Lampe bekannt ist und nicht an den Kunden weitergereicht wird, kannst Du nur die Spannung messen.
Bei Conrad steht folgender Hinweis:

"Bitte dimensionieren Sie Ihren LED-Treiber/LED-Trafo nicht zu klein!
Wählen Sie einen LED-Treiber/LED-Trafo, welcher etwa 1/3 mehr Leistung (Watt) hat."

Diese Aussage ist nur für Netzgeräte richtig, die eine konstante Spannung (nicht einen konstanten Strom) abgeben.
Konstantstromquellen können bis 100% ausgelastet werden.

Entscheidend ist die Spannung im kalten Zustand der Leds. Bei Betriebswärme ist diese Spannung geringfügig kleiner (negativer Temperaturkoeffizient). Wieviel Spannung die Leds mit Betriebswärme benötigen, könnte man erst nach ungefähr 2 Stunden messen. Da die Betriebswärme der Leds kontinuierlich an einen Kühlkörper abgegeben und mit der Umgebungsluft ausgetauscht wird, dauert es eine lange Zeit bis auch der Kühlkörper (abhängig von seiner Masse) komplett durchgewärmt ist.
"Entscheidend für die Belastung des LED-Treibers ist nicht die Watt- Angabe des LED-Herstellers sondern die tatsächliche Stromaufnahme (Ampere) der LED.
Es muss berücksichtigt werden, dass der Einschaltstrom wesentlich höher ausfällt."

Was meinen die damit?

Das ist eine typische Aussage von jemandem, der keine Ahnung hat.

Der Einschaltstrom hat absolut gar nichts mit dem Strom am Ausgang des Ledtreiber zu tun.

Schaltnetzgeräte funktionieren mit Gleichspannung. Hierzu wird die Netzspannung gefiltert, gleichgerichtet und in einem Kondensator zwischengespeichert. Je nach Kapazität dieses Kondensator kann der Einschaltstrom Bruchteile einer Sekunde lang sein und wesentlich höher als im Normalbetrieb sein. Das können dann auch mal 20A, 50A, 70A oder 170A (je nach Typ Schaltnetzgerät) sein, die anfallen. Da die Sicherung im Sicherungskasten relativ träge ist, reagiert diese nicht darauf. Beim Ausschalten sind die Leds auch nicht sofort aus. Die Elektronik im Schaltnetzgerät arbeitet noch eine zeitlang, bis auch die letzte Kapazität aus dem Kondensator gelutscht wurde. Entsprechend leuchten die angeschlossenen Leds noch eine gewisse Zeitlang nach.
Die von mir vorgeschlagene Conrad-Lösung wäre dann ja theoretisch zu viel.

Nein.
Schaltnetzgerät produzieren nur soviel Leistung, wie die angehängte Last benötigt. Ok, etwas höher ist sie schon, da die Elektronik im Schaltnetzgerät auch etwas Strom braucht. --> siehe Wirkungsgrad des Netzgerätes.

Wenn Deine Last (nur als Beispiel) 20 Watt hat, dann könntest Du auch ein Netzgerät mit 3000 Watt verwenden. Wieviel Leistung ein Netzgerät maximal abgeben kann ist nicht gleichbedeutend mit dem, was es mit angehängten Last abgibt. Die Last darf aber nicht höher sein. Mehr als 3000 Watt kann das Netzgerät nicht abgeben.

Schaltnetzgeräte mit hoher Leistung haben einen besseren Wirkungsgrad als solche, die nur wenig Leistung abgeben können.
Nehmen wir einfach mal an (auch wieder nur ein Beispiel), der Wirkungsgrad wäre 95%, dann würden aus den angehängten 20 Watt -->
20W / 0,95 [95%] = 21,05 Watt.

Auf deutsch: die erste Konstantstromquelle (siehe meinen vorherigen Post, 2 Beiträge höher) kannst Du nehmen.
estragon
Mini-User
Beiträge: 5
Registriert: So, 29.03.20, 11:58

Mo, 30.03.20, 10:19

Auch hier noch einmal vielen Dank für die ganzen Hinweise. Die Aussage
Die von mir vorgeschlagene Conrad-Lösung wäre dann ja theoretisch zu viel.
hätte ich besser formulieren sollen: Ich meinte einfach, ist er vielleicht "überdimensioniert"? Mir ist schon klar, dass die angegebene Leistung ein Max.-Wert ist. Leistung ist genau der richtige Übergang.
Eine letzte Frage: Der Conrad-Treiber ist nur für Geschäftskunden, kurz um: Ich habe jetzt zwei andere rausgesucht von MeanWell, die ich einfacher bestellen kann, einer mit 25 Watt und einer mit 36 Watt (beide 350 mA).
Aus meiner Sicht reichen doch die 25 Watt: ca. 20,5 Watt benötigen die Lampen (Vorwärtsspannung abgezogen, Theorie wären es 60 V * 0,35 A = 21 W), dazu die Wirkungsgrad von 87 % beim 25 W-Treiber macht insgesamt ca. 24 Watt. Müsste doch passen? Oder doch lieber die 36 Watt mit etwas Reserve.
Viele Grüße!
Buddhamilch
Mega-User
Mega-User
Beiträge: 445
Registriert: So, 16.12.18, 15:09

Mo, 30.03.20, 13:10

Ich meinte einfach, ist er vielleicht "überdimensioniert"?

Wenn der Ausgangsspannungsbereich kleiner + größer als die Summe aller Leds in Reihe ist und die Konstantstromquelle den Strom liefern kann, den die Leds benötigen, ist alles in Ordnung. Ein "überdimensioniert" gibt es dann nicht.

Beim Wirkungsgrad habe ich mich möglicherweise etwas missverständlich ausgedrückt.
Wenn das Netzgerät eine Leistung von 25W liefern kann, dann kannst Du dort auch 25W anschließen.

Die Leistung insgesamt (also inklusive Netzgerät) ist abhängig vom Wirkungsgrad.
Wenn dort 25W angeschlossen sind:
25W / 0,87 [87%] = 28,73W.

Wenn nur 21W angeschlossen sind, beträgt die Leistung insgesamt:
21W / 0,87 [87%] = 24,14W.

bestenfalls.
Der Wirkungsgrad ist etwas abhängig davon, wieviel Last tatsächlich angeschlossen sind.
Kannst Du auch im Datenblatt zum Netzgerät nachlesen. Dort gibt es häufig einen Graphen (Grafik).
Der Conrad-Treiber ist nur für Geschäftskunden

Dann hast Du dich falsch angemeldet.
Am oberen Bildschirmrand gibt es eine blaue Schaltfläche, um von geschäftlich auf privat wechseln zu können.

Bei Endkunden ist der Preis höher.

privat = inklusive Mehrwertsteuer.
geschäftlich = ohne Mehrwertsteuer.
estragon
Mini-User
Beiträge: 5
Registriert: So, 29.03.20, 11:58

Mo, 30.03.20, 13:37

Nein, keine Chance. Bin als Privatkunde angemeldet. Ich weiß, welchen Reiter du meinst. Den sehe ich aber nicht, wenn ich angemeldet bin. Ich kann das Teil nicht kaufen. Steht explizit da. Nach all den Überlegungen muss doch auch dieser gehen:
https://www.reichelt.de/led-trafo-25-w- ... 3.html?r=1
Dann wären alle Probleme gelöst.
Buddhamilch
Mega-User
Mega-User
Beiträge: 445
Registriert: So, 16.12.18, 15:09

Mo, 30.03.20, 19:34

Noch eine Frage von mir.
Betrifft:
Der LED Treiber unserer Deckenleuchte von OBI hat sich verabschiedet.
Wie hast Du festgestellt, dass das Problem am Ledtreiber liegt?

Wenn am Ausgang des Ledtreiber mehrere Leds in Reihe angeschlossen sind, wovon 1 Led defekt ist, leuchtet ebenfalls keine einzige.
estragon
Mini-User
Beiträge: 5
Registriert: So, 29.03.20, 11:58

Mo, 30.03.20, 22:14

Die Lampe fing auf einmal an zu flackern. Nach ein paar mal Lichtschalter betätigen leuchteten weiterhin alle Lampen, bloß wesentlich dunkler. Außerdem gab es ein langes Nachleuchten nach dem Ausschalten (auch bei allen Lampen, gleiche Helligkeit). Jetzt geht nichts mehr an.
Ja, die Lampen sind in Reihe, aber ist gingen alle, eben auch beim Nachleuchten (vermutlich irgendein Kondensator, der entladen wurde?)
Von daher dachte ich, es kann nur der Treiber sein.
Antworten