Umbau (Neubau) Deckenlampe

Anleitungen für "hausgemachte" LED Projekte

Moderator: T.Hoffmann

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Borax
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Sa, 05.11.11, 00:49

Ich hatte schon lange vor meine Deckenlampe im Arbeitszimmer zu überarbeiten (LEDs einbauen :) )
Es handelt sich um eine Baumarkt-Deckenlampe mit aufgerauter Glasscheibe. Zuerst war nur eine Fassung drin, aber da mir das zu dunkel war, habe ich gleich nach dem Kauf noch eine weiterer Fassung eingebaut und die Lampe mit zwei 24W ESL betrieben. Sah so aus:
Deckenlampe_Alt1.jpg
Deckenlampe_Alt1.jpg (19.65 KiB) 4248 mal betrachtet
Deckenlampe_Alt2.jpg
Deckenlampe_Alt2.jpg (28.36 KiB) 4248 mal betrachtet
Zunächst dachte ich den 'Rohbau' einfach zu übernehmen. Aber bei der ersten Lichtmessung (nur eine Relativ-Messung mit Fotowiderstand) stelle sich heraus das der aufgeraute Glasschirm fast 50% des Lichtes schluckt!
Also diesen auch ersetzen. Daher eher ein Neubau mit Vorlage als ein Umbau.
Der neue Schirm besteht aus Plexiglas Satin Ice 0D010 DF (3mm Platte 38x42cm) die ich im Backofen bei 150° auf dem alten Glasschirm + ein paar Handtüchern als Unterlage/Vorlage in Form gebracht habe. Klappt wirklich problemlos.
Das 'Innenleben' besteht aus 2 aneinander geschraubten Kühlkörpern (10x10x4 + 5x10x4) von Reichelt. Die KSQ 1050mA 9 bis 48V ist auch von Reichelt, gibt es aber auch hier bei Lumitronix. Die LEDs sind 3 Bridgelux BXRA-W1202 warmweiß, die sehr gut zu dieser KSQ passen (Spannung 14.3V bei 1050mA - damit ist diese KSQ gut ausgelastet und arbeitet im bestmöglichen Effizienzbereich)
Die Gesamtlichtstärke dürfte etwa 3500lumen betragen und ist vom Eindruck her wesentlich heller und schöner (was Farbtemperatur und Farbwiedergabe angeht) als die alte ESL Lösung. Die Gesamteffizienz dürfte bei knapp 70lm/W ab Steckdose liegen.
Direkt an der Zimmerdecke ist nicht mit allzu viel Konvektion zu rechnen, daher habe ich eine Zwangskonvektion vorgesehen: Zwei 12V Lüfter die in Serie geschaltet sind und parallel zu einer der Bridgelux LEDs betrieben werden. Man hört sie nur, wenn man näher als etwa 1m an der Lampe steht und sehr genau hinhört (weniger als 10dba)
Falls die Lüfter ausfallen sollten oder sonst irgendwas die nötige Kühlung verhindert, ist noch eine 77° Temperatursicherung zwischen LEDs und KSQ geschaltet und mit Wärmeleitpaste direkt am Kühlkörper angeschraubt.
Noch ein paar Bilder...
Deckenlampe1.jpg
Deckenlampe1.jpg (48.44 KiB) 4248 mal betrachtet
Deckenlampe2.jpg
Deckenlampe2.jpg (40.31 KiB) 4248 mal betrachtet
Deckenlampe3.jpg
Deckenlampe4.jpg
Kosten:
LEDs: 60€ (incl. Versand)
KSQ + Lüfter + Kühlkörper + Temperatursicherung: 43€ (incl. Versand)
Plexiglas: 33€ (incl. Versand)
Alles in allem (ohne Arbeit :D ) etwa 140€ - nicht gerade billig, aber durchaus 'ansehnlich' und wirklich sehr hell.
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Sa, 05.11.11, 18:16

Sieht gut aus. Das Pseudo Tiefzieh-Verfahren im Backofen ist auch nicht schlecht. Hab sowas schon mit dem Heißluftfön probiert, aber da ist die Wärme wohl zu punktuell.
Der offen liegende PE hat auch was *Duckundweg* ... bei uns gibts nichtmal PEs bis zu den Lampen :roll:

Rentieren wird es sich wohl nie, außer man vergleicht es mit solchen ESLs, die alle paar Monate kaputt gehen...aber das steht ja beim Hobbybasteln auch nicht immer im Vordergrund.

Für geschätzte 3500 LED-Lumen finde ich es jetzt gar nicht soo teuer.
Wenn man jetzt neu bauen/renovieren würde, und so oder so eine Lampe braucht, dann sind 140€ um einen ganzen Raum gut zu beleuchten doch halb so schlimm...das Design lässt sich ja für +/- wenige € in alle möglichen Variationen ändern.
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So, 06.11.11, 11:46

Der offen liegende PE hat auch was
Ja, ich weiß :oops: Der soll noch an die Alu-Schiene angeschlossen werden (drum ist da schon ein Loch vorgesehen). Hatte bloß gerade keinen passenden Kabelschuh dafür...
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Fr, 12.10.12, 21:23

Auch von mir 5 Sterne!
Aber es ist schon ziemlich pervers: da werden von den ineffizienten Glühlampen zuerst die Einäugigen unter den Blinden, nämlich die mit höherer Leistung verboten, die noch ineffizienteren und gleichzeitig viel einfacher durch LEDs ersetzbaren sind lange erlaubt geblieben.

ABER: um die Effizenz der Eigentlichen Leuchte kümmert sich scheinbar niemand! Nahezu alle verglasten Leuchten bei Ikea oder auch in Baumärkten scheinen mit Glück nur 50% des Lichts durchzulassen. Standard ist oft eher weniger als 50% :(

Und in einem badezimmer habe ich neudlich einen Spiegel mit 20 Stück 10-Watt-Halogenfunzeln gesehen. Inkl. Netzteil also über 200 Watt --- es kommt im Raum aber nur ca. soviel Licht an wie es eine einzelne, nackte 100W-Nicht-Halogenglühlampe auch bringen würde. (Allerdings schon ein wenig homogener)

Das liegt daran, dass 20x10W Halogen vermutlich nicht einmal halb so Effizient ist wie 1x200W Halogen. Und eben sogar ineffizeinter als 1x100W "old-school-Glühobst" Für Leuchten wie diesen Spiegel, sollten IMHO LEDs vorgeschrieben werden :-) Aber mit Mindestanforderung an CRI und Lebensdauer.

Andererseits: da ineffiziente Leuchtmittel in Lichtschluckenden Leuchten der Standard waren, verbessert sich die Lage ja schon ein wenig. Aber bei der Lichtdurchlässigkeit von Leuchten sollten wirklich minimal 85% Transluzenz Vorschrift werden!
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