Hallo,
bei den Produkten (z.B. LED-Spots) ist ein "RoHS compliant" Siegel zu sehen. Frage: Was bedeutet dies nun genau? Ursprünglich wurden in der EG-Richtline 2002/95/EG bestimmte Substanzen (wie Quecksilber, Blei, Cadmium, etc.) grundsätzlich verboten. Dann gab es 2005 eine Änderung die für diese Substanzen Grenzwerte festlegte. Bedeutet das Siegel nun, dass keine derartigen Substanzen verarbeitet werden, oder dass die Menge den EG-Grenzwerten entspricht. Bei letzterem Fall frage ich mich, welchen Sinn das Siegel dann hat, denn an die EG-Vorschriften müssen sich ja alle Hersteller richten, oder? Soweit mir bekannt ist, gibt es nicht D A S einzig und allein gültige "RoHS compliant" - Siegel, jeder Hersteller kann einen selbstgestalteten Aufkleber auf sein Produkt kleben. Zuständige Prüfstellen, die die Einhaltung überwachen, fehlen meines Wissens auch. Bitte um Aufklärung was das bei den Produkten abgebildete Siegel genau bedeutet.
Besten Dank!
RoHS compliant Siegel
Moderator: T.Hoffmann
Soweit ich weiß ist im Moment (oder war) eine Übergangszeit in der die Hersteller die Produktion an die neue Norm anpassen können das ROHS Siegel bedeutet einfach dass die Norm bereits eingehalten wird. Die Grenzwerte sind soweit ich weiß nur ausnahmen weil sich manche Dinge nicht ganz ohne Gefahrenstoffe herstellen lassen. Es gibt soweit ich weiß weder Kontrolle noch eine einheitliche Kennzeichnung(Siegel) oder zumindest hält sich keiner dran...
Gruß Stefan
Gruß Stefan
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Rohs compliant bedeutet an für sich ja auch nur "Rohs Konform" oder so...
Was die RoHS nun genau ist kann man ja wiederum nachlesen.
MIr persönlich scheint das aber auch alles ein wenig schwammig zu sein.
MfG Alex
Was die RoHS nun genau ist kann man ja wiederum nachlesen.
MIr persönlich scheint das aber auch alles ein wenig schwammig zu sein.
MfG Alex
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Soweit wie ich weiß gibt es auch noch PoHS. Das sind dann noch strenge Richtlinien, wo auch kein bisschen Blei mehr verwendet werden darf und sonstige Giftstoffe, die in RoHS nicht festgelegt sind. Ob es was bringt ist fraglich, schließlich sind die meisten Produkte RoHS konform. Aber ich sehe es eher als Trend an: Es wirkt halt auf die Käufer attraktiv, wenn da so ein grünes Pflanzenlogo ist.
Tach,
RoHS (Restriction of Hazardous Substances) Konformität wird nicht offiziell geprüft, es steht aber z.B. jedem Mitbewerber frei Konkurenzprodukte prüfen zu lassen und ggf. Rechtliche Schritte bei Nichteinhaltung einzuleiten.
Diese Sanktionen müssen laut der Europäischen Union wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein.
Die Übergangszeit ist längst vorbei und Ausnahmen gibt es meines Wissens nach nicht mehr.
Mir ist aber bis heute kein Fall bekannt, wo ein Unternehmen tatsächlich eine Strafe gezahlt hat...
Man sollte einen Mitbewerber auch nur dann anschwärzen, wenn man sich 100%-ig sicher ist, dann man selbst keine Problem mit RoHS hat und das ist a) teuer & b) zeitaufwändig.
RoHS soll den Endverbraucher vor giftigen Schadstoffen schützen. Dies wird erreicht, indem klare Grenzwerte/Volumeneinheit für unterschiedlichste Giftstoffe definiert wurden. Nachzulesen in ewig langweiligen Vorschriften und Normen.
Schützt dann genauso gut oder schlecht wie die Stahlenbegrenzung bei Handys & Radioaktivität
RoHS (Restriction of Hazardous Substances) Konformität wird nicht offiziell geprüft, es steht aber z.B. jedem Mitbewerber frei Konkurenzprodukte prüfen zu lassen und ggf. Rechtliche Schritte bei Nichteinhaltung einzuleiten.
Diese Sanktionen müssen laut der Europäischen Union wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein.
Die Übergangszeit ist längst vorbei und Ausnahmen gibt es meines Wissens nach nicht mehr.
Mir ist aber bis heute kein Fall bekannt, wo ein Unternehmen tatsächlich eine Strafe gezahlt hat...
Man sollte einen Mitbewerber auch nur dann anschwärzen, wenn man sich 100%-ig sicher ist, dann man selbst keine Problem mit RoHS hat und das ist a) teuer & b) zeitaufwändig.
RoHS soll den Endverbraucher vor giftigen Schadstoffen schützen. Dies wird erreicht, indem klare Grenzwerte/Volumeneinheit für unterschiedlichste Giftstoffe definiert wurden. Nachzulesen in ewig langweiligen Vorschriften und Normen.
Schützt dann genauso gut oder schlecht wie die Stahlenbegrenzung bei Handys & Radioaktivität
Ja, die Übergangszeit ist vorbei.Qs'Tree hat geschrieben:Die Übergangszeit ist längst vorbei und Ausnahmen gibt es meines Wissens nach nicht mehr.
Aber Ausnahmen gibt es immer noch: Luft- u. Raumfahrt, Automotive und einige andere, wo es auf maximale Zuverlässigkeit ankommt.
Es gibt zu den Bleifrei-Lötverfahren noch keine verlässlichen Langzeituntersuchungen im Hinblick auf Zuverlässigkeit.
So eine bleifreie Lötstelle sieht unter'm Mikroskop wirklich grausam aus, würde mich nicht wundern wenn sich nach etlichen Jahren sowas wie "kalte Lötstellen" einstellen würden.
Ja, das kann auch noch eine Zeitbombe werden.
Um's Handlöten mit bieifreiem Zinn habe ich mich bisher auch erfolgreich drücken können.
Und für den Heimbereich habe ich mich noch gut eingedeckt, bei Reichelt und Pollin wird man da noch ordentlich fündig.
Um's Handlöten mit bieifreiem Zinn habe ich mich bisher auch erfolgreich drücken können.
Und für den Heimbereich habe ich mich noch gut eingedeckt, bei Reichelt und Pollin wird man da noch ordentlich fündig.
Das mit dem bleifreien Löten ist sowieso Augenwischerei, denn meines Wissens werden in der Jagd bis zum heutigen Tag riesige Mengen an Bleigeschossen verwendet, da gibt es nur in kritischen Bereichen gewisse Empfehlungen, doch bitte bitte etwas weniger Blei einzusetzen...
Danke für die vielen Antworten.
Zusammenfassend stelle ich also fest: Da die Übergangszeit vorbei ist, muss (bzw. müsste) sich sowieso jeder Herstersteller an die Richtlinien halten. Ein Siegel ist m.E. somit überflüssig und macht sich nur zu Werbezwecken bei uninformierten Verbrauchern gut.
Zum objektiven Vergleich verschiedener Produkte wäre also eine detaillierte Mengenangabe der verwendeten Substanzen notwendig. Macht halt niemand.
Mich würde interessieren wieviel Blei, Quecksilber, Cadmium, etc. in LED-Spots im Vergleich zu Energiesparlampen z.B. von Megaman verarbeitet werden.
Zusammenfassend stelle ich also fest: Da die Übergangszeit vorbei ist, muss (bzw. müsste) sich sowieso jeder Herstersteller an die Richtlinien halten. Ein Siegel ist m.E. somit überflüssig und macht sich nur zu Werbezwecken bei uninformierten Verbrauchern gut.
Zum objektiven Vergleich verschiedener Produkte wäre also eine detaillierte Mengenangabe der verwendeten Substanzen notwendig. Macht halt niemand.
Mich würde interessieren wieviel Blei, Quecksilber, Cadmium, etc. in LED-Spots im Vergleich zu Energiesparlampen z.B. von Megaman verarbeitet werden.
Gute Frage, keine Ahnung!!!
Aber, solange du die Lampen nicht verspeisen willst, ist weder von der einen noch von der anderen eine Gefahr zu erwarten
Persönlich gehe ich davon aus, dass in Energiesparlampen mehr Schadstoffe sind, weil a) die Ansteuerelektronik mit verbaut ist und b) mehr Material verbraucht wird als bei einer Hochleistungs-LED.
Es wäre auch mal interessant, wieviele Rohstoffe und Energie pro Lampe bzw. LED benötigt werden?
greetz
Qs'Tree
Aber, solange du die Lampen nicht verspeisen willst, ist weder von der einen noch von der anderen eine Gefahr zu erwarten
Persönlich gehe ich davon aus, dass in Energiesparlampen mehr Schadstoffe sind, weil a) die Ansteuerelektronik mit verbaut ist und b) mehr Material verbraucht wird als bei einer Hochleistungs-LED.
Es wäre auch mal interessant, wieviele Rohstoffe und Energie pro Lampe bzw. LED benötigt werden?
greetz
Qs'Tree
es ging bei dieser rohs geschichte ja weniger um den anwender unmittelbar vor bestimmten chemikalien zuschützen als deren verwendung insgesamt zu verringern.
normalerweise und bei fachgerechtem gebrauch wäre man auch vorher praktisch nie mit den giften in kontakt gekommen. die Mengen pro Gerät sind ja auch oft verschwindend gering, in der summe werden jedoch viele 100 oder tausend tonnen gefährlichster chemikalien verwendet, die wohl nur in den seltensten fällen ordentlich entsogt werden können.
problematisch wurde dies wohl mit dem stetig kürzer werdenden lebenszyklus elektronischer geräte und ihrer steigenden verbreitung. bestes beispiel sind da wohl die geräte eines großen kalifornischen "computer-herstellers" mit markantem Logo. die Produkte sind sogar explizit als wegwerfartikel designed.
normalerweise und bei fachgerechtem gebrauch wäre man auch vorher praktisch nie mit den giften in kontakt gekommen. die Mengen pro Gerät sind ja auch oft verschwindend gering, in der summe werden jedoch viele 100 oder tausend tonnen gefährlichster chemikalien verwendet, die wohl nur in den seltensten fällen ordentlich entsogt werden können.
problematisch wurde dies wohl mit dem stetig kürzer werdenden lebenszyklus elektronischer geräte und ihrer steigenden verbreitung. bestes beispiel sind da wohl die geräte eines großen kalifornischen "computer-herstellers" mit markantem Logo. die Produkte sind sogar explizit als wegwerfartikel designed.
